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 Kinder, Angst und Zahnarzt

Bericht aus Bolivien

Dr. Dietmar Jolie 2017 unterwegs im Auftrag des FCSM (Förderkreis Clinica Santa Maria e.V.)
2017

Bolivien "Nicht das Predigen der Humanität, sondern das Tun hat Wert. Desto schlimmer, wenn man viel spricht und wenig tut."
Johann Gottfried Seume (1763-1810)


Fasziniert von verschiedenen Projekten, die ich in den letzten 10 Jahren weltweit zusammen mit meiner Frau betreut habe und getreu des obigen Spruches, machte ich mich dieses Jahr im September wieder für knapp vier Wochen auf den Weg. Mir geht es da bestimmt wie vielen anderen auch, einmal vom" Einsatzvirus" infiziert, will man es immer wieder tun.

Für mich ist es immer wieder der Blick über den Tellerrand des deutschen Wohlstandes auf andere Menschen in der Welt, die einen weitaus schlechteren Lebensstandard als wir haben. Trotzdem erscheinen sie mir oft zufriedener als manche Menschen hier bei uns.

Genau vor 10 Jahren hatte ich einen Einsatz in Ecuador. Da mich Südamerika fasziniert, zog es mich diesmal nach Bolivien.

Bolivien liegt in Südamerika und ist etwa dreimal so groß wie Deutschland und hat ca. 10,5 Mill. Einwohner. Zwei Drittel sind Indigenas .Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe sind die Mestizen, die europäische und indigene Vorfahren haben. Circa 15% machen die Weißen aus, Nachfahren der Spanier und europäische Einwanderer.

Das Land ist reich an Bodenschätzen, wirtschaftlich jedoch das Schlusslicht Südamerikas.

Meine Reise führte mich nach Huancarani, ein kleines Dorf am Rande der Großstadt Cochabamba auf 2558m Höhe. Die Gegend ist aufgrund der fruchtbaren Böden vorwiegend landwirtschaftlich geprägt und wird auch als Kornkammer Boliviens bezeichnet.

Die Anreise ging von Frankfurt über Madrid und Santa Cruz nach Cochabamba und dauerte rund zwei Tage. In Bolivien wurde es gerade Frühling, für mich bestes europäisches Sommerwetter.

Ich arbeitete dort für den FCSM (Förderkreis Clinica Santa Maria e.V.) wo ich Mitglied bin. Der Verein hat sich die zahnärztliche Betreuung unterversorgter Bevölkerungsgruppen in Ecuador und Bolivien zur Aufgabe gemacht. Alle Volontäre arbeiten dort unentgeltlich und ehrenamtlich. In dem kleinen Ort Huancarani hat unser Verein in Kooperation mit einer Schweizer Stiftung eine neue Praxis ausgestattet. Es gibt auch ein kleines zahntechnisches Labor. Im gleichen Objekt befindet sich noch die Pirwa, ein öffentlicher Kindergarten. Auch dort arbeiten Freiwillige aus Europa.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit bietet Bolivia mobil. Das sind zwei mobile Behandlungsplätze die jährlich umgesetzt werden. Sie befinden sich in der Regel weit ab von größeren Ansiedlungen und sind Anlaufpunkt für Schmerzpatienten.

Mich erwartete eine freundliche, wohl sortierte Praxis auf deutschem Niveau. Zur Seite stand mir Carolin, die schon seit April des Jahres vor Ort war und sich als Zahnarzthelferin bereits gut eingearbeitet hatte. Die Patienten fanden sich sehr sporadisch ein, ein Bestellsystem war nicht umsetzbar. Es kamen Patienten aller Altersgruppen, ein Großteil waren auch Kinder. Viele besuchten das erste Mal den Zahnarzt und hatten oft Beschwerden. Leider half dann oft nur noch die Zahnentfernung. Die Gebisse waren in der Regel schlecht gepflegt, es gab viele Probleme mit dem Zahnfleisch. Die Menschen hatten oft unreale Vorstellungen zur Zahnerhaltung, Aufklärungsarbeit war nötig. Leider gab es viele entfernungswürdige Zähne, selbst viele bleibende Zähne konnten bei Kindern nicht erhalten werden. Das liegt daran, dass es keine Prophylaxe und Gesundheitserziehung in den Schulen gibt. Es wird sehr viel Zucker konsumiert. Wie gut ist da unser Gesundheitssystem in Deutschland aufgestellt. Wo es sich anbot, haben wir auch Hygiene- und Ernährungsberatung eingebaut. Die Kinder sieht man regelmäßig mit Süßigkeiten und süßen Getränken. Auf dem Schulweg kaufen sie sich noch einzelne Bonbons.

Dann spielten noch die Preise eine Rolle, die bei uns deutlich niedriger waren, als in der Stadt. Kinder bis zu 12 Jahren wurden kostenlos behandelt.

Die drei Wochen sind sehr schnell vergangen. Ich hatte noch Gelegenheit, meine Nachfolgerinnen einzuarbeiten.

Auch für kleine touristische Erkundungen war Zeit. Inlandflüge sind sehr günstig vor Ort zu buchen. Das Land ist aber auch mit Busverbindungen und Trufis (Minibusse) sehr gut erschlossen. So war ich am Wochenende schnell in La Paz und bin dort die Yungas-Road mit dem Fahrrad gefahren. Bolivien ist ein schönes und sehr interessantes Land. Ich bin mir sicher, dass ich einmal wieder komme, um noch mehr davon kennenzulernen.

Nun hat mich der Alltag wieder. Ich bin mit einer guten Erfahrung zurückgekehrt. Es ist einfach ein schönes Gefühl, diesen Einsatz gemeistert zu haben, und dass ich anderen Menschen meine Hilfe geben durfte.

Dr. med. Dietmar Jolie
Eppendorf/Sachsen


Eine zufriedene Patientin...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Eine zufriedene Patientin
In einer Kindereinrichtung...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
In einer Kindereinrichtung
Blick auf Cochabamba...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Blick auf Cochabamba
Kindersprechstunde...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Kindersprechstunde
Über den Anden...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Über den Anden
Death Road im Nebelwald...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Death Road im Nebelwald
La Paz...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
La Paz
Während der Arbeit...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Während der Arbeit
Unser Team...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Unser Team
Süßigkeiten auf dem Schulweg...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Süßigkeiten auf dem Schulweg
Unterwegs im Bus...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Unterwegs im Bus
Tropischer Regenwald...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Tropischer Regenwald