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Bericht aus Nepal

Dr. Dietmar und Ellen Jolie unterwegs in Nepal im Auftrag von Zahnärzte ohne Grenzen

Nepal Unser diesjähriger dreiwöchiger Arbeitsaufenthalt führte uns im Oktober nach Amppipal in ein weit abgelegenes Bergkrankenhaus.

Nepal liegt umgeben von Indien und China in Zentralasien und ist bekannt durch die Himalayakette mit acht Achttausendern, voran der Mount Everest mit 8848m.
Seit 2008 ist Nepal Republik. Das Land gehört zu den ärmsten der Welt. 50% der Einwohner sind Analphabeten. Man trifft ethnisch auf eine Vielzahl von Menschen, die vorwiegend dem hinduistischen und buddhistischen Glauben nachgehen. Innerhalb der Bevölkerung gibt es wiederum unzählige Volksgruppen, die sich in ein sogenanntes Kastenwesen einfügen.

Unsere Reise begann am 29.10.2011 in Frankfurt/Main. Nach einem 9-stündigen Flug erreichten wir im Jahre 2068 die Hauptstadt Kathmandu. Der nepalesische Kalender ist dem unseren 57 Jahre voraus.
Die Verkehrsverbindungen sind nur dürftig ausgebaut. Mit einem Bus brauchten wir ca. 6 Stunden für eine Fahrt über 100km. Staub und riesige Schlaglöcher waren unsere ständigen Begleiter. Mit einem geländegängigen Fahrzeug ging es dann weiter. Wir erreichten nach knapp dreistündiger Fahrt auf einer Buckelpiste am späten Abend das Hospital Amppipal.

Die medizinische Versorgung im Lande ist auf niedrigstem Niveau. Für die ca. 28 Millionen Einwohner gibt es im ganzen Land nur etwa 100 Krankenhäuser. Die Kindersterblichkeit liegt in den ersten 5 Lebensjahren bei 10%. Die Menschen versuchen ihre Leiden mit der traditionellen Medizin zu beherrschen. Schamanen und Medizinmänner vertreiben böse Geister. Zurzeit ist man dabei, sogenannte Health Points aufzubauen. Das sind mit Gesundheitshelfern besetzte Anlaufstellen für Erstversorgungen. Da ist das Bergkrankenhaus ein echter Gewinn für die Region.

Das Krankenhaus selbst stammt aus der Missionszeit der 70er Jahre. Es ist sehr einfach ausgestattet und verfügt über ca. 50 Betten. Im Einzugsgebiet leben etwa 200.000 Einwohner. Die Anmarschwege der Patienten liegen in der Regel bei ein bis vier Stunden, manchmal können es aber auch mehrere Tage sein. Zurzeit wird das Hospital von einem deutschen Chirurgen geleitet und betreut. Er ist Multimediziner für fast alle medizinischen Belange. Seit über 8 Jahren arbeitet er dort unentgeltlich. Die Menschen kommen oft mit Knochenbrüchen oder Schnittverletzungen. Aber auch Kinder werden von ihm durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Viele Frauen leiden an Depressionen, weil sie frühzeitig verheiratet werden, und unter dem Druck stehen, Söhne zu gebären. Man trifft Patienten mit Tuberkulose oder auch Lepra. Kinder erkranken an Typhus. Viele Menschen haben Probleme mit den oberen Atemwegen oder Lungenerkrankungen. In ihren einfachen Lehmhütten sitzen sie förmlich im Rauch, denn einen richtigen Ofen mit Schornstein gibt es nicht.

Die Organisation "Zahnärzte ohne Grenzen" hat im Krankenhaus ein zahnärztliches Behandlungszimmer eingerichtet. Ein einheimischer Mitarbeiter (Community Medical Assistent) wurde über die Jahre dort angelernt und kann auch einfache Zahnbehandlungen ausführen. Meine Aufgabe war es, die Behandlungen durchzuführen und meinem nepalesischen Freund Prem viele praktische Erfahrungen weiterzugeben. Nicht immer ist die Zahnstation durch freiwillige Zahnärzte besetzt. Da gilt es in der Not auch einmal eine Schmerzbehandlung durchzuführen, und wenn alle Stricke reißen, greift unser Chirurg auch mal zur Zange. Während meines Einsatzes war gerade die Reisernte im Gange, so dass die Patienten in der Regel nur mit akuten Zahnschmerzen kamen. Da war oft die Zahnentfernung die letzte Hilfe.

Auch für meine Frau als Apothekerin gab es in der Krankenhausapotheke einiges zu tun. Sie konnte die Logistik verbessern und dem verantwortlichen Mitarbeiter viele fachliche Dinge übermitteln. Es galt auch für bestimmte Hauterkrankungen die Möglichkeit zu schaffen, Salben herzustellen.

Insgesamt waren wir ein buntes Team von freiwilligen Helfern. Mit uns arbeiteten zwei Jungärzte aus Großbritannien, ein Arztehepaar aus Sachsen (HNO/Hautarzt) und eine Krankenschwester aus Bayern. Da wir direkt mit im Dorf untergebracht waren, hatten wir auch einen engen Kontakt zu den Nepalesen. Wir saßen abends zusammen in den Hütten der Einheimischen und lernten so deren Leben hautnah kennen.

Ein wenig Zeit verblieb uns auch noch, um einige ausgewählte Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Beeindruckend waren die riesengroßen Buddhas teilweise bis 40m hoch. Aber auch die Altstadt von Kathmandu (Patan), die zum Weltkulturerbe gehört, mit ihren vielen Tempeln und Klöstern nebst Schreinen und den charakteristischen Gebetsmühlen hat auf uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

So kehrten wir mit vielen neuen Erfahrungen in unsere Heimat zurück. Mit wie viel Annehmlichkeiten leben wir doch hier, was haben wir für ein behütetes und sicheres Leben im Vergleich zu den Menschen in Nepal.

Dr. med. Dietmar Jolie
Eppendorf/Sachsen


Mt. Everest...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Mt. Everest
Buddha in Kathmandu...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Buddha in Kathmandu
Hospital Amppipal...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Hospital Amppipal
Krankenstation...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Krankenstation
Kinder in Amppipal...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Kinder in Amppipal
Warten im Freien...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Warten im Freien
Sprechstunde...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Sprechstunde
OP-Alltag...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
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Zahnputztraining...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
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Himalaya...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
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Adventsstern...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Adventsstern
Macchapurchare...zum Vergrößern des Bildes bitte klicken
Macchapurchare